Wettbewerb "Neubau einer Friedhofskapelle"

 

Lageplan

 

Grundriss

 

Ansicht Nord-Ost

 

Ansicht Süd-Ost

Gedanken:   

- Ort der Stille und Andacht
- Ort des Abschieds 
- Verbindung Himmel und Erde 
- Behütet in der Gemeinschaft der Trauernden 
- Vergänglichkeit 

zur Architektur:

Umsetzung der Gedanken in die architektonische Formsprache. Ein Ort der Stille bedarf der Abgrenzung, deshalb die Anordnung der Kapelle innerhalb durch Mauern, Hecken, Steinpalisaden und Nebengebäuden eingefassten Fläche.

Der Eingangsbereich ist auf dem südlichen Grundstücksteil angeordnet, ausgerichtet zur Haupterschließung von der Lockhauser Straße. Der Ausgang liegt nördlich mit Anbindung an die sternförmige Wegeführung zu den einzelnen Grabstätten.

Eine schlichte, zurückhaltende Architektur vertieft den Moment der Stille, Andacht und Besinnung - Zwischenstation zu einer anderen Daseinsform, dargestellt durch zwei leicht geneigte Wandscheiben, einer Deckenscheibe als Empore und Vordach.

Im Inneren der Kapelle setzt sich der Eindruck der Stille und Abgeschiedenheit fort. Die Belichtungsflächen sind sehr vereinzelt eingesetzt um die besinnliche Atmosphäre bei einer Beerdigung zu betonen und stellt gleichzeitig eine Verbindung zwischen Himmel und Erde dar. An den seitlichen herausgeklappten Wandscheiben und an den Längsseiten der Dachfläche sind Lichtbänder angeordnet, die eine indirekte und unauffällige, aber natürliche Belichtung ermöglichen. Die Trauergemeinde wird nicht durch Blickmöglichkeiten nach Außen von der Beerdigungszeremonie abgelenkt.

Die im hinteren Teil des Feierraumes aufgestellte Wandscheibe symbolisiert nochmals das Ende des Lebens und den endgültigen Abschied von den Toten. Der während der Trauerfeier vor dieser Wand aufgestellte Sarg wird nach Beendigung der Feierlichkeiten, gefolgt von der Trauergemeinde, durch eine zweiflügelige Tür in dieser Wandscheibe zu seiner letzten Ruhestätte begleitet.

 

zur Konstruktion:

Ökologische und ökonomische Gründe sind maßgebend für die gewählte Holzkonstruktion in Tafelbauweise, die größtenteils werkstattmäßig vorgefertigt, zu einer kurzen Bauzeit und Niedrigenergiewerten beiträgt.

Die Verkleidung der geneigten Wandflächen erfolgt in Holzschindeln, die sich je nach Witterung, farblich verändern, von dunkelbraun bis silbergrau - gedanklich die Vergänglichkeit des Lebens. Für den Innenraum ist weiß gebleichtes Furnierschichtholz vorgesehen als schlichte, aber doch strukturierte bzw. gemaserte Oberfläche. Als Bodenbelag sind Sandsteinplatten geplant.

Der Vorbereich des Feierraumes kann bei größeren Beerdigungen durch Öffnen der Faltwand mit einbezogen werden, wenn erforderlich, auch der durch das Vordach überdeckte Außenbereich durch Öffnen der hier vorgesehenen Glasflächen.